Gotthold Ephraim Lessing: anakreontische Dichtung Arbeitsblatt 5



Bemerkung: Die meisten von Lessings Liedern erschienen zwischen 1747 und 48 zunächst separat in den Berliner Zeitschriften seines Vetters Christlob Mylius (Ermunterungen zum Vergnügen des Gemüts, Der Naturforscher) bzw. in der Rubrik Das Neueste aus dem Reiche des Witzes als Beilage der angesehenen Berlinischen privilegierten Zeitung. 1751 publizierte Lessing die Lieder gesammelt unter dem Titel Kleinigkeiten, 1753 erschienen sie mit einigen Auslassungen und Vermehrungen als erster Teil der Schriften, 1771 nochmals in den Vermischten Schriften, wobei Lessing eine Reihe sorgfältiger Textrevisionen vornahm. Die hier ausgewählten zwei Gedichte untermauern vielleicht noch einmal die wichtigsten Motive der anakreontischen Dichtung des 18. Jahrhunderts, wie sie auch in den Werken des Zweiten Halleschen Dichterkreises (Gleim, Götz und Uz) zu finden sind. Lessing selbst äußerte sich in der Ausgabe von 1753 wie folgt: "Diese Lieder enthalten nichts, als Wein und Liebe, nichts als Freude und Genuß . Man nenne sie jugendliche Aufwallungen einer leichtsinnigen Moral, oder man nenne sie poetische Nachbildung niemals gefühlter Regungen; man gehen ihnen entweder einen allzuwahren Grund, oder man gebe ihnen gar keinen: alles wird mir einerley seyn. Genug sie sind da, und ich glaube, daß man sich dieser Art von Gedichten so wenig als einer andern, zu schämen hat."